Lou Albert-Lasard war eine deutsch-französische expressionistische Malerin. Sie wurde in Metz, damals noch Teil Deutschlands, geboren. Sie gehörte zur 'Verlorenen Generation' jener Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die unter dem Druck des Nationalsozialismus arbeiten mussten. Aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Haltung oder ihres künstlerischen Stils, die nicht mit der faschistischen Weltanschauung übereinstimmten, riskierten sie systematische Zensur, Verbannung oder Ermordung. Wie viele andere Künstler ihrer Generation zog Albert-Lasard 1904 für ihre künstlerische Ausbildung nach München. Nach einem Aufenthalt in Paris ab 1912, wo sie Unterricht bei Fernand Léger erhielt, musste sie Frankreich am Vorabend des Krieges verlassen. Von 1914 bis 1916 lebte sie mit dem Dichter Rainer Maria Rilke in Wien und gehörte zu einem Künstlerkreis, dem auch Paul Klee und Oskar Kokoschka angehörten. Nach dem Bruch mit Rilke zog Albert-Lasard nach Ascona in der Schweiz, wo viele pazifistische Künstler Zuflucht fanden. Später schloss sie sich der Novembergruppe expressionistischer Künstler in Berlin an. 1928 ließ sie sich in Paris nieder und wurde Teil der Künstlerkolonie Montparnasse. Ihr expressionistischer Stil wurde allmählich weicher, beeinflusst von der Aquarelltechnik, die sie außergewöhnlich gut beherrschte. Albert-Lasard fand Inspiration in ihrem Alltag, in Parks, Zoos, Cafés, Zirkussen und Seebädern in der Bretagne und Südfrankreich. Sie unternahm ausgedehnte Reisen, von Nordafrika bis Fernost, darunter nach Indien, wo sie ein Porträt von Mahatma Gandhi malte und eine 1952 veröffentlichte Biografie über ihn illustrierte.