Albert von Keller war um 1900 ein erfolgreicher deutscher Maler, dessen Porträts und Interieurs elegante Frauen zeigten. Geboren in der Schweiz und aufgewachsen in München, besuchte er dort die Akademie und wurde 1892 Mitglied der damals avantgardistischen Münchner Secession. Sein Stil wurde allmählich freier, und seine Genrebilder sprachen das wohlhabende Bürgertum der deutschen Belle Époque an. Interessiert an der menschlichen Psyche, wurde er 1886 Mitglied der Münchner Psychologischen Gesellschaft, deren Mitglieder das Phänomen der Hypnose erforschten. Es ist bekannt, dass Keller mehrere von Albert von Schrenck-Notzing hypnotisierte Frauen in verschiedenen Bewusstseinszuständen festhielt und seine Beobachtungen anschließend in Porträts umsetzte. Einige dieser Porträts zeichnen sich durch ihren entrückten, verträumten Blick aus, als befänden sie sich in Trance. Nach 1900 konzentrierte sich von Keller wieder vorwiegend auf die Darstellung wohlhabender, elegant gekleideter Frauen und Berühmtheiten wie beispielsweise gefeierter Schauspielerinnen.